Verein zur Förderung persönlichen Wachstums e.V.

Der Verein hat seinen Sitz in Welschbillig (Nähe Trier/Luxembourg).

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Willi Habermann

jahreszeitenvariabel - Naturgedichte

WINTERLICHT
ANEMONENGRUND
SOMMERLAND
ANGEBOT NOCH

 

WOLKENPOSTMODERNES ALLERLEI

 

Wolkenfahrt

Die Sommerwolken-Frachten
im blauen Luftverkehrs-Meer
in ihren weißen Trachten
kommen von Morgen her.

Sie fahren auf ihrer Straßenflur
nach Wind sonst keinem Gebot,
lautlos und ohne Spur,
vielförmig: ein Drache, ein Boot.

Die suchen keinen Parkplatz,
die schwimmen, die suchen nichts,
die sind, wo sie sind, daheim,
und lösen sich plötzlich auf,
machen sich keinen Reim
von ihrem Lebenslauf.

 

Offen

Ein Loch am Himmel wandert dort,
umufert von fransigem Wolkenbestand.
Der blaue Krater wächst langsam zu,
da - nur noch hügliges Weißhimmelland.

 

Do it yourself

Heut seh ich wieder die Wolken an,
die wir selber gemacht,
Kondenzstreifen, verpustet,
im Frühlicht fahrende Fusselstränge.

 

Wolke Tier

Du Sonnenwolke,
Wind geführt im Himmelmeer,
wölbiger Lichtwal.

 

Blick aus dem Fenster

Häuser, Äcker, Wald,
drüber Blau und Wolkenschuppenfisch,
weißes Varieté,
auch gewellte Gletscherfelder,
Häuserkuben, Riffeläcker,
Waldschopfdeckel,
Himmel-, Erdenflur.

 

Winde

Erdwinde,
die Hochs, die Tiefs,
schwer vorauszusehn.
Weltwinde,
saugende schwarze Löcher,
Fremde pur.

 

Abend im Tal

Überm Talscheitel
onduliert der Abendwind
dem Wald, dem Grenzer, den Schopf.
Drüber fahren die Wolkenwagen
Goldgarben in die Nachtscheuer ein.

 

Luft

Luft, du treibst dein Ringelspiel
überm Planeten,
lüftelst, machst Hagel an, wetterst, bist tot.
Frühmorgens stößt du die kühle Posaune.
Weltgast, global du!
Immer-da, fremd-ungeheuer.

 

Haushaltfragen

Lufthaushalt,
machst mit uns, was du willst.
Ein Heimtücke-Nebel,
Hausabdecker,
Eishagel-Totschläger.

Du Luft
hast wie wir
einen Haushalt,
bist nur keinem Gremium,
keiner Rechtsaufsicht
unterworfen.

 

Stilfragen

Wolkenpostmodernes Allerlei:
graues Gegiebel gotisch,
Figurenbarock,
da ein Picassoweib,
und da ein weißer Monochrom:
wolkenpostmodernes Allerlei.

 

Bühne

Die Wolkengaleeren,
Requisiten, Kulissen
über den Himmel geschoben:
silberne Zinnen
bauschige Betten
bleierne Blöcke
flauschige Watten
hörnerne Stiere
glühende Feuer
Gebilde aus Luft.

 

Oben neu

Das Inselweiße
im Blaumeer des Himmels:
heller Bauschflecken, Wolke.

Wolkenprozessionen
lambswool-weiß.
Über die Weite
des himmlischen Ozeans.
Berittne,
Marschkolonnen,
Omnibuspulks,
Solitäre.

Eine Wolkenzunge
rissig wie geronnene Milch
flockig gemustert: Schäfchen.

 

Sommer

Schwarze Schatten
bespielen den Makadamweg
voll Sonne.
Der Wind durchstromert die Zweige.
Ein Wolkenroß
bäumt sich grau-weiß ins Blau.

 

Wolkenspiele

Ein Krokodil getarnt als Wolke
zieht da im Himmelblau.
Hat - schau - sich verwandelt,
siehst die Schere an einem Krebs
und da, da guck:
jetzt ist er der Weihnachtsgansbraten,
die schöne Ellipse.
Und jetzt und jetzt,
ich merk’s schon,
gleich siehst du’s:
hat ihn,
- wie er zerfließt,
ist ein Wasserfall -
das Himmelblau weggegessen.

 

Rätsel

Ungesäumt bauschen die Wolken,
und sie werden vergehn;
ich erwarte die Engel auf ihnen
und werd sie nicht sehn.

Pausbäuchig aufgeschäumt
Gas- und andrer Zustand
oder Gespenstergespinst:
alles über meinen Verstand.

Fabeltiere, ihr zieht
über die Himmelsprärie,
hab das Nachsehn nur
mit euch, ach, ihr bleibt nie.

 

Elitär

Ein Wolkenjagdkommando,
schweflig, Maus und Tintenfisch,
überfährt die Hausgelasse.
Die Jäger wollen
keine Unterhaltung haben
mit denen da unten.

 

Wolken

Wolkencolliers,
Breitschwanzwollpelzbahnen
sauber abgesäumt und abgefetzt.

Nackenkissen mit Goldrand
aus Sonne.
Kunstwölkchenstraßen
von Düsenjets.

Schraubende Protuberanzen.
Schleier und Fasern,
Büschel.

Feine Schäfchen,
gröbere Schäfchen.

Ballen, Walzen,
Bänke, Schollen.

Linsen, Kegel,
Pyramiden, Gletscher.

Ich mag euch dort oben,
Wasserdampfkondensationsprodukte,
Wolkenspieler
auf eurer Bühne.

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